22.12.17

Traditionen: Es strahlen die Weihnachtssterne und der weiße Flieder duftet

Eine weihnachtliche Oase ist der große Wintergarten der Wilhelma über die Feiertage. Hier leben Traditionen fort, die erst durch die betörende Pflanzenwelt ferner Länder bei uns entstanden sind: mit Weihnachtssternen, exotischen Gewürzen und weißem Flieder, der dank gärtnerischer Kniffe zurzeit wieder pünktlich zum Fest aufblüht. Von Heiligabend bis Dreikönige ist der Schmuckkasten aus Gusseisen und Glas mit botanischen Spezialitäten der Saison zu erleben.

Die in ihrer Heimat in Mittel- und Südamerika zu Strauch und Baum heranwachsende Poinsettie erhielt erst im Kleinformat kultiviert als typischer Adventsschmuck den Namen Weihnachtsstern. Gleich 170 dieser „Christsterne“ bilden mit dem satten Grün des historischen Gewächshauses des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart ein festliches Farbspiel – hauptsächlich, aber nicht nur, im klassischen Grün-Rot-Kontrast winterlicher Dekorationen. Das Bild komplettieren neun Sorten, deren Palette die Zucht aufgefächert hat. Der Name ist Programm bei botanischen Kreationen wie Christmas Beauty Cinnamon, Marble oder Lime. Ob Zimt, Marmor oder Limette: Je nach Farbe hat jeder Weihnachtsstern seinen eigenen Reiz. Von „Blütenpracht“ darf man dabei genaugenommen aber nicht sprechen. Es sind so genannte Hochblätter, die durch ihre Buntheit die Insekten für die Bestäubung zu den kleinen grüngelben Blüten locken, die unscheinbar dazwischen sitzen.

Etwas weiter zeigt eine kleine Sammlung Pflanzen und Gewürze, die einst von anderen Kontinenten eingeführt wurden, als Küchenzutaten aber für unsere weihnachtlichen Genüsse unverzichtbar geworden sind, wie zum Beispiel Zimt, Muskat und Zitronat.

Den auffällig lieblichen Duft im Wintergarten verströmt dieser Tage jedoch der weiße Flieder. Mit dessen aus der Saison geschlagenen Blüte hat sich König Wilhelm I. von Württemberg, der Ahnherr der Wilhelma, eine fürstliche Freude mitten im Winter bereitet und eine eigene Tradition geschaffen, welche die Zierpflanzen-Experten der Wilhelma auch mehr als anderthalb Jahrhunderte später noch Winter für Winter fortsetzen. Damit der Flieder statt im Frühjahr schon Ende Dezember erblüht, greifen die Gärtner in die Trickkiste. Die Büsche brauchen ab Ende Oktober eine längere Kühlphase. Ist der Spätherbst dafür zu warm, wandern sie in ein Kühlhaus. Ab Ende November müssen sie dann in ein Anzuchtgewächshaus umsiedeln, in dem bei ihnen 24 bis 26 Grad Wärme Frühlingsgefühle für die vorzeitige Blüte weckt. Auch der „Gemeine Flieder“ gehört zu den Einwanderern. Ein kaiserlicher Gesandter hatte ihn 1560 erstmals von Konstantinopel nach Wien gebracht. Anfangs machten ihn vor allem Bauerngärten in Mitteleuropa heimisch. Die Kreuzungen in verschiedenen Farben fanden sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts als Ziersträucher auch in Privatgärten wieder. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-2: Zierpflanzengärtner Marvin Huck betreut die Weihnachtssterne und den weißen Flieder im historischen Wintergarten der Wilhelma. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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