04.01.18

Katzenhai und Steinbutt teilen sich Kinderstube unter Wasser

Eine quirlige Kinderstube unter Wasser gibt es derzeit im Aquarium der Wilhelma zu sehen. Die bereits über 5000 Fische im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart sind noch einmal mehr geworden. Jeweils zehn Jungtiere von Katzenhai und Steinbutt teilen sich aktuell ein Becken in der Nordsee-Abteilung und bieten Anschauungsunterricht der besonderen Art zu heimischen Fischen. Denn dass die Wilhelma Tiere und Pflanzen von allen Kontinenten zeigt, gilt natürlich auch für Europa.

Wenn Wind und Wetter die Menschen in die Häuser treibt, bietet das Aquarium der Wilhelma noch einmal eine Welt für sich. Nahezu alle Wasser-Lebensräume der Erde sind in den 71 Aquarien sowie sechs Klimalandschaften und fünf Uferbecken zu sehen: in Meeren von Nordsee bis Südsee, in Flüssen von Schwarzwaldbach bis Mekong. So ist das Aquarium der größte Hort der Vielfalt in der Wilhelma. 530 Arten von Fischen gibt es zu entdecken. Zwei sehr spannende Arten sind darunter der Katzenhai und der Steinbutt. Zu ihrer Natur gehört, dass sie nicht leicht zu entdecken sind. Auf dem gescheckten Boden aus kleinen Kieseln hebt sich der Kleingefleckte Katzenhai kaum ab. Und der Steinbutt, der sich als Plattfisch an den Boden schmiegt, kann seine Färbung sogar dem Untergrund anpassen – zumindest die seiner linken Körperseite. Diese zeigt nach oben, die rechte liegt dagegen „flach wie ein Flunder“ auf dem Boden. Bemerkenswert ist auch, dass sich beide Augen – also auch das ursprünglich rechte Auge – auf der linken Seite des Fisches befinden. Auf der rechten Seite, direkt am Boden, hätte das Auge wenig Nutzen. Seinen Namen verdankt der Steinbutt knöchernen Höckern, die an kleine Steine erinnern. Er ist ein beliebter Speisefisch und damit ein Wirtschaftsfaktor der Fischerei. Zu finden ist er an den Küsten von Nord- und Ostsee, Atlantik und Mittelmeer.

Während die Steinbutte als Jungtiere aus einer Aquakultur in die Wilhelma kommen, schlüpfen die kleinen Katzenhaie bereits hier. Das ist außerordentlich lehrreich zu beobachten, weil durch die halbtransparente Hülle der Eikapseln die Entwicklung des Fischembryos optisch mit zu verfolgen ist. Ihr natürliches Terrain liegt in der Nordsee und im Mittelmeer sowie an der Atlantikküste hinunter bis zum Senegal. Die jetzt in Becken Vier der Seewasser-Abteilung zu sehenden jungen Haie sind im Sommer und Herbst geschlüpft.

Die gemeinsame Haltung funktioniert eine Weile gut. Ein Katzenhai, der meist etwa 80 Zentimeter lang wird, hat in seiner Jugend den Steinbutt nicht auf dem Speisezettel. Die schneller wachsenden Butte, die selbst an die 70 Zentimeter Länge erreichen, hätten aber durch ihren Größenvorteil irgendwann nichts mehr gegen einen Happen Hai einzuwenden. Kurz vorher teilen daher die Tierpfleger die beiden Arten auf verschiedene Becken auf. Bis dahin füttern sie die Heranwachsenden mit kleingeschnittenem Fisch, Calamari, Muscheln und Schwebegarnelen. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-2: Ein junger Steinbutt. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bilder 3-4: Ein junger Katzenhai. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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