10.05.18

Balz der Blauen Pfauen: Majestätische Radschläger im königlichen Park

Sein Anblick scheint, die Wilhelma-Besucher zu hypnotisieren: Tut er’s oder tut er’s nicht? Vor jedem Blauen Pfau im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart scharen sich die Menschen und verharren, um zu sehen, ob er sein sagenumwobenes Rad schlägt. Jetzt ist die beste Zeit des Jahres dafür zu beobachten, wie der Hahn mit dem extravagantesten Federkleid der Vogelwelt seinen riesigen Blickfang rasselnd auffächert. In diesen Wochen balzen die Männchen intensiv um die Gunst der Hennen. Obwohl die Pracht der tierischen Partnersuche dient, wirkt sie auch auf Menschen offensichtlich sehr anziehend.

Die acht Pfaue dürfen sich frei in der historischen Parkanlage bewegen und sie suchen sich oft die schönsten Plätze aus. Die größten Ah- und Oh-Momente entstehen, wenn sie sich vor den maurischen Gebäuden produzieren. Vor der malerischen Kulisse der verspielten Architektur verkörpern sie das ganz spezielle Etwas der Wilhelma, die natürlich moderner Zoo und Botanischer Garten ist, aber ihren Ursprung als königliches Refugium nahm. So wie sich Bauherr Wilhelm I. von Württemberg mit dem pompösen Baustil dem Prunk hingab, bedient sich der Pfau für sein majestätisches Erscheinungsbild einer überbordenden Extravaganz und trägt sogar ein Federkrönchen. Sein Hals- und Brustgefieder glänzt in kräftigem Saphirblau. Die eigentlichen Schwanzfedern erreichen nur rund 40 Zentimeter Länge. Über die berühmte Schleppe aus bis zu anderthalb Meter langen Oberschwanzdecken mit dem markanten Augenfleck verfügt allein der Hahn. Dreht sich der Radschläger in der Sonne, schimmert die Fächer-Vorderseite je nach Lichteinfall grünlich oder golden.

Wie die Exotik des maurischen Baustils bringen auch die Pfauen orientalisches Flair nach Stuttgart. Der Blaue Pfau bewohnt eigentlich die Trockenwälder Indiens. Durch die Eroberungsfeldzüge Alexander des Großen kam er bereits in der Antike nach Europa. Der Hühnervogel diente allerdings nicht nur als Augenschmaus, sondern auch der Gaumenfreude. Die gehobene römische Gesellschaft hat ihn so gerne verspeist, dass er rund um Rom in großem Stil gezüchtet wurde. An den Fürstenhöfen Europas galt er noch Jahrhunderte später als Kostbarkeit und Köstlichkeit. Eine weitere Verbindung zur Wilhelma ist, dass König Wilhelm I. auf diesem Anwesen zwar keine Menagerie hatte, aber Hühner und Fasane hielt, für die er die Damaszenerhalle errichten ließ. Es ist jedoch nicht verbürgt, ob Pfaue darunter waren.

Stehen die Pfaue einmal nicht im Mittelpunkt, machen sie mit katzenartig klingenden Schreien, die über das Gelände hallen, auf sich aufmerksam. Auch wenn sie bereitwillig für Besucherfotos Modell stehen, darf man den Vögeln nicht nachstellen. In die Ecke gedrängt oder von einer Gruppe umkreist, wissen sie sich mit Krallen und spitzem Schnabel zu wehren. Wer eine Pfauenfeder mitnehmen will, muss sie im Zooshop oder im Kiosk am Schaubauernhof kaufen. Sie stammen aus Geflügelfarmen in Indien. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-2 + 11: Ein Blauer Pfau präsentiert sein Rad vor dem Maurischen Landhaus. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Der maurische Bogen umkränzt den Pfau wie ein Federrad aus Stein. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4 + 8: Der Hahn macht der Henne seine Aufwartung auf einer Güldenstein-Skulptur. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 5: Ein Pfau kokettiert vor seinem Spiegelbild in einer Glastür. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 6: Auf das prachtvolle Rad des Pfaus hat sogar sein eigener Schatten ein Auge geworfen. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 7: Ein Pfau sitzt auf einer Güldenstein-Skulptur mit Blick über das Neckartal. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 9: Ein Blauer Pfau läuft die Mauer an den Subtropenterrassen der Wilhelma in Stuttgart hinunter. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 10: Ein Blauer Pfau sitzt in einem Baum der historischen Parkanlage. Nachts schlafen die Pfaue in fuchssicherer Höhe. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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