Vortrag: Der Lachs kehrt nach der Katastrophe ins Ländle zurück
18.08.2017 -

Manche Auswirkungen von Umweltsünden lassen sich rückgängig machen, jedoch nur sehr langsam. Nach der Chemiekatastrophe im Rhein von 1986 den dadurch ausgestorbenen Lachs wieder anzusiedeln, hat rund 30 Jahre gebraucht. Inzwischen kehren Wildlachse alljährlich zum Laichen in die Gewässer in Baden-Württemberg zurück. Die Erfolgsstory schildert der Diplom-Biologe Reinhart Sosat am Sonntag, 20. August, in der Wilhelma. Der Geschäftsführer des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg hält seinen Vortrag um 15 Uhr in der Reihe „Wilde Wochenenden“ des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart. Die Teilnahme in der Wilhelmaschule gegenüber der Geiervoliere ist im Eintrittspreis bereits enthalten.

Um 1900 waren jedes Jahr Lachse zu Hunderttausenden den Rhein hinaufgezogen, ebenso wie Meerforellen oder Maifische, um sich fortzupflanzen. Auch die Seitengewässer und Zuflüsse aus dem Schwarzwald waren Ziele der Fernwanderer unter den Fischen. Nach dem Brand der Lagerhalle eines Chemiekonzerns bei Basel war das verseuchte Löschwasser in den Rhein gelangt und hatte ein riesiges Fischsterben entlang des Flussverlaufs ausgelöst. Um Wanderfischen im Rheingebiet wieder Lebensraum zu bieten, hat der Landesfischereiverband eine gemeinnützige GmbH gegründet. Sie arbeitet daran, vor allem Lachs und Meerforelle wieder einzubürgern – im Sinne des Wanderfischprogamms in Baden-Württemberg. Was sich erfolgreich gegen die Zerstörung von Laichgebieten, die Errichtung von Wanderhindernissen und zunehmende Wasserverschmutzung ausrichten lässt, stellt Sosat anschaulich dar.

Das Aquarium der Wilhelma, das 2017 sein 50-Jahr-Jubiläum feiert, zeigt in 71 Becken sowie sechs Klimalandschaften und fünf Uferbecken rund 530 Fischarten aus aller Welt. Ziel ist dabei, nahezu alle Wasser-Lebensräume der Erde zu zeigen: in Meeren von Nordsee bis Südsee, in Flüssen von Schwarzwaldbach bis Mekong.