17.07.20

Österreichischer Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zu Besuch in der Wilhelma

Österreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka war bei seinem viertägigen Staatsbesuch in Baden-Württemberg, der ihn unter anderem zu Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble führte, in der Wilhelma in Stuttgart zu Gast. Dabei waren am Donnerstag, 16. Juli, einmal nicht die exotischen Tiere die Hauptakteure. Vielmehr lag das Interesse des Parlamentsvorsitzenden vor allem auf der historischen Anlage im filigranen maurischen Baustil und der Botanik. Der Zoologisch-Botanische Garten umfasst die Pflanzenvielfalt von über 8500 Arten und Sorten, die hier von zarten Orchideen über tropische Seerosen bis hin zu seltenen Kaffeesorten reicht. Hinzu kommen rund 160 Baumarten in der Parkanlage. „Gerade in Zeiten des Klimawandels und Artensterbens ist es wichtig, botanische Raritäten zu bewahren und die Vielfalt der Natur, wie hier in der Wilhelma, den Menschen zugänglich zu machen“, zeigte sich Sobotka beeindruckt. Sobotka war der Einladung zu einem Arbeitsgespräch von Friedlinde Gurr-Hirsch, der Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, in die Wilhelma gefolgt.

Dieses Thema ist für Sobotka schon seit langem eine Herzensangelegenheit. Bereits vor 20 Jahren war er in Niederösterreich Mitbegründer der Umweltbewegung „Natur im Garten“. Dabei steht vor allem die Förderung naturnaher Gärten im Vordergrund, damit der Artenreichtum auch in den vom Menschen geschaffenen Refugien erhalten bleibt. „Dieses Ziel verfolgt auch die baden-württembergische Landesregierung, beispielsweise auf gemähten landeseigenen Grünflächen, von denen künftig mindestens 20 Prozent als ökologisch hochwertige Blühflächen gepflegt werden sollen“, brachte Staatssekretärin Gurr-Hirsch (MdL) zum Ausdruck. Ebenso würden etwa Projekte der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsbereich zur Sicherung der Artenvielfalt beitragen. „Initiativen wie ‚Natur im Garten‘ gewinnen vor dem Hintergrund der anstehenden Einführung des Gesetzes zur Änderung des Landesnaturschutzgesetzes sowie des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes besondere Bedeutung. Ich hoffe, diese Bewegung hält auch in unserem Land möglichst umfassend Einzug.“

Die Wilhelma engagiert sich ebenfalls seit vielen Jahren intensiv für den Schutz der heimischen biologischen Vielfalt: Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) entstand 2010 ein Kooperationsprojekt, um Schmetterlingen und ihren Raupen ein größeres Angebot an Blüten und Nahrungspflanzen zu schaffen. Dank der Aussaat von gebietsheimischen Wildkräutern auf ehemals artenarmen Rasenflächen bietet die Wilhelma zudem über 120 verschiedenen Wildbienenarten einen Lebensraum. Durch gezielte Pflegemaßnahmen werden diese besonders unterstützt. Zudem verzichtet die Wilhelma weitestgehend auf chemische Pflanzenschutzmittel und setzt größtenteils organischen Dünger ein.             

„Es freut uns sehr, dass unsere Anstrengungen für den Artenschutz mittlerweile auch über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus wahrgenommen werden“, betont Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Neben den praktischen Schutzmaßnahmen hier vor Ort engagieren wir uns mittlerweile in über 20 Projekten auf der ganzen Welt.“ Ermöglicht wird dies vor allem durch die Unterstützung der Besucherinnen und Besucher. Sie können beim Kauf eines Wilhelma-Tickets den freiwilligen Artenschutz-Euro spenden, der direkt dem Schutz von beispielsweise Berggorillas, Sumatra-Nashörnern und Schneeleoparden zugutekommt.

Bei ihrem Rundgang wurden Nationalratspräsident Sobotka und Staatssekretärin Gurr-Hirsch begleitet von dem Österreichischen Botschafter Peter Huber, Generalkonsul Josef Saiger und Christa Ringkamp, Präsidentin des Vereins „European Garden Association – Natur im Garten International“.

Pressefoto

Bild: Bei dem Rundgang durch den Zoologisch-Botanischen Rundgang in Stuttgart trafen sich am 16. Juli 2020 (von links) Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin, der Präsident des Österreichischen Nationalrats Wolfgang Sobotka, Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Martin Eichtinger, Landesrat für Wohnbau, Arbeit und Internationale Beziehungen in Niederösterreich, Botschafter Peter Huber und Generalkonsul Josef Saiger. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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