Eine haarige Aktion für bedrohte Nashörner
17.09.2020 -

Nashörner können über zwei Tonnen Gewicht auf die Waage bringen, 50 Jahre alt werden und haben keine natürlichen Feinde. Ihr beeindruckender Kopfschmuck ist jedoch für Wilderer eine begehrte Trophäe. Alle fünf Nashornarten zählen inzwischen zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren. Dienstag, der 22. September, steht in der Wilhelma in Stuttgart daher ganz im Zeichen dieser seltenen Unpaarhufer. Am jährlichen „Internationalen Tag des Nashorns“ wird erklärt, warum Aberglaube, Jagd und Landwirtschaft zu den größten Bedrohungen dieser Tiere gehören und wie man zu ihrem Erhalt beitragen kann.

Am Aktionsstand vor dem Nashorngehege gibt es jedoch nicht nur Informationen. Die Besucherinnen und Besucher werden auch aufgefordert, selbst aktiv zu werden. Und dies mit einer eher ungewöhnlichen Aktion: Einem Frisurenwettbewerb. „Die wenigsten Menschen wissen, dass das Horn der Nashörner aus der gleichen Substanz besteht wie unsere Haare“, erklärt Dr. Thomas Kölpin, Direktor der Wilhelma und Kurator für die Nashörner. „Darum ist es naheliegend, einen Wettbewerb unter dem Motto ‚Wer hat das schönste Haarhorn?‘ zu veranstalten. Damit möchten wir deutlich machen, wie widersinnig das Wildern von Nashörnern wegen ihres Hornes ist.“ Jeder, der am 22. September mit einer ausgefallenen Frisur, die an ein Nashorn erinnert, in die Wilhelma kommt und sich am Infostand beim Nashorngehege zwischen 11 und 16 Uhr fotografieren lässt, kann an dem Wettbewerb teilnehmen. Eine Jury aus Wilhelma-Mitarbeitern, Zoologen der Partnerorganisation „Save the Rhino“ und einem Friseurmeister kürt dann die zehn besten Frisuren. „Der Gewinner kann sich über etwas sehr Besonderes freuen: Einen Besuch bei Panzernashorn Bruno“, hebt Kölpin hervor. „Für den zweiten Platz gibt es eine Jahreskarte und der dritte bis zehnte Platz erhält jeweils eine Tageseintrittskarte.“

Daneben gibt es viel Wissenswertes über die Nashörner am Aktionsstand zu erfahren. Unter anderem wird von dem Engagement berichtet, welches die Wilhelma für ihren Schutz an den Tag legt. Dazu gehört auch das Programm zur Rettung der letzten Sumatranashörner, das der Zoologisch-Botanische Garten als offizieller Strategischer Partner unterstützt. Weniger als 80 dieser Tiere leben verstreut in kleinen Gruppen auf zwei indonesischen Inseln. Ziel der Schutzaktion ist es, die verbliebenen Nashörner in Reservaten zueinander zu bringen und damit die Chancen auf Nachwuchs und den Fortbestand der Art zu erhöhen. Auch die Wilhelma-Gäste beteiligen sich an der Förderung des Projekts, wenn sie beim Ticketkauf einen Artenschutz-Euro spenden. Die Teilnahme am Aktionstag ist wie immer bereits im Eintrittspreis für die Wilhelma enthalten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Bild: Das Horn des Nashorns besteht aus dem gleichen Material wie unsere Haare. Diese Wilhelma-Mitarbeiterinnen werben für den Frisurenwettbewerb anlässlich des Welt-Nashorn-Tages. Foto: Wilhelma Stuttgart